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    Mai 28th, 2010NinaShowspielerei

    Hach, was finden wir das Freitag Abend immer schön, wenn Prombies, die eigentlich schon längst in die Annalen der Untoten eingegangen sein sollten, ihre bisher leblosen Hüften schwingen und sich von Horror-Tanzlehrern über das Parkett schleifen lassen. Zombies tanzen Quickstep und schon fliegt das Bein. Publikum braucht Gehirne und schon schwindet der Hypothalamus…

    Schon immer wieder faszinierend, wie man diese untoten Zombies, äh, Entschuldigung Prombies, in diese hautengen Glitzerfummel quetschen kann… Da leuchtet der Prombi und hüpft vergnügt von der einen Seite der Tanzfläche zur nächsten. Das Ganze wird dann noch garniert mit schaurig-schlechten Witzen der Moderatoren. Die Krönung sind aber die Urteile der garrrrr fürrchterlüchen Jury: Als ob es nicht reicht, dass die Prombies aus ihren Gräbern gestiegen sind um uns alle Lebensenergie zu rauben und uns die Gehirne medial auszusaugen. Nein, sie werden dabei auch noch bewertet.

    In dieser phänomenalen Jury trifft sich das ganze Gruselkabinett der menschlichen Existenz, dort, wo sich Grimmsche Märchen und Nightmare in Elm Street ineinander gekuschelt gute Nacht sagen. Neben Hexe, Grindwichtel und Schlumpmolch sitzt dort der König der Prombies, der Herrscher über Bescheuerthausen: Joachim “The Ghul” Llambi. Tagsüber fristet er ein Leben als Börsenmakler und abends treibt er sich auf wilden Standardtanzparties herum um dann Prombies, die ihren letzten lebraverseuchten Zehennagel gegeben haben, in Grund und Boden zu stampfen. Praktisch für BrrrrRTL, denn so haben sie Tanzjuror und Experten zur Finanzkrise in einem.

    Toll! Sind wir also gespannt, wer diesen Reigen des Schrrreckens, dieses Mausoleum des Grauens, den Ort, an dem Gestorben-Sein und Fast-Tot-Sein aufeinander treffen, gewinnt und somit kurz in die Öffentlichkeit rückt um wieder über die ersehnten toten Teppiche dieser Welt zu wandeln.

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    Oktober 2nd, 2009NinaNewsigkeiten
    Da schlägt das Herz des Kunstbanausen höher

    Da schlägt das Herz des Kunstbanausen höher

    Was überschlagen sich in diesen Tagen die Journalisten wieder in wortgewaltigen Schlagzeilen. “Dieter Bohlen ist Kunst” kann man da in fetten Lettern lesen. Und schon entbrennt eine Debatte über seine derben Sprüche in der Sendung “Deutschland sucht den Superstar”. Sind Aussagen wie “Aus einem verkniffenen Arsch kommt kein befreiter Furz” oder “Du guckst wie ich beim Kacken” nun Kunst oder nicht!?

    Der Witz ist aber, dass es bei dem Anstoß zu dieser Diskussion eigentlich nicht wirklich darum geht! Doch die Medien stürzen sich auf diesen Aspekt, weil man natürlich besser Schlagzeilen machen kann. Und das zufällig dann, wenn bald die nächste Staffel DSDS anläuft und man schon länger nichts mehr von Bohlen und Co. gehört hat.

    Worum ging es also? Die KSK (Künstlersozialkasse) hatte gegen RTL prozessiert, da der Sender sich weigert Abgaben für die Jury bei DSDS zu zahlen. Nun war also nicht die Frage, ob Bohlen und seine Kollegen Künstler sind, sondern ob sie in die rechtlichen Bestimmungen der KSK passen. Und diese unterstützt nicht nur Künstler finanziell, sondern auch Journalisten und Publizisten, also im Prinzip alle, die in irgendeiner Form sich selbst darstellen, inszenieren etc. um andere zu unterhalten, informieren etc.

    Mehr heißt das Urteil des Gerichts nicht: Dieter Bohlen inszeniert sich bei seiner Jury-Tätigkeit selbst um zu unterhalten. Und das kann keiner abstreiten. Ob er nun Kunst macht oder nicht, ist zweitrangig, da wir in Deutschland eh keinen festen Kunstbegriff haben und dieser sowieso durch Kommerz und Co. ausgehebelt ist. Oder sind die ganzen gecasteten Hupfdohlen Künstler? (eigentlich wohl eher Performer und Entertainer…)

    Für RTL heißt es nun also Sozialabgaben in Höhe von 173.500 Euro zahlen. Da wird natürlich gemosert. Doch mal ganz im Ernst, schreibt sich nicht gerade stets das Privatfernsehen mit seinen zahlreichen Casting-Shows immer das Fördern von neuen Talenten auf die Fahnen. Ja, das könnten sie mit ihren Abgaben jetzt mal wirklich tun, denn die KSK unterstützt vor allem mittellose Künstler und Publizisten. Aber daran hat RTL ja keinen Gewinn!

    Brave new world!

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    September 14th, 2009NinaNewsigkeiten, Programmatismus, Showspielerei

    Politiker Marionetten by Sister72“Wenn Menschen sich treffen, damit hab ich kein Problem”, so Merkels Antwort beim gestrigen Kanzlerduell auf die Frage nach der Geburtstagsfeier für Joseph Ackermann im Kanzleramt. Jo, und genauso kann man das gestrige “Duell” zwischen Angela Merkel und ihrem Herausforderer um das Kanzleramt, Frank-Walter Steinmeier, im Prinzip auch zusammenfassen. Die Phrasen waren hohl und die Kandidaten leer, oder umgekehrt…

    Im Grunde kannte man alle Antworten im Vorfeld und die beiden standen da wie zwei Aufziehpuppen, denen man vorher den Text einprogrammiert hat. Eine Freundin von mir hatte mal eine Puppe, die sagte auch nur immer folgendes, wenn man sie drückte: “Ich hab dich lieb. Kämm mein Haar. Ich bin hübsch.”

    Gut, was will man bei der heutigen Politik auch erwarten. Sie ist eben genau so. Im Prinzip braucht Politik ja auch keine von den Sendern groß angekündigte Spannung und die falsche mediale Inszenierung hat unser System in vielen Punkten ja so oberflächlich und hohl gemacht. Klare Inhalte, Positionen und vor allem Lösungen, darauf kommt es an! Nur leider war davon gestern Abend noch weniger zu sehen als vom “Charisma” der Kandidaten.

    Was dann aber spannend war, war die Inszenierung der einzelnen Sender, besonders im Vorfeld: Während RTL das Ganze wohl mit einem Star-Magazin oder einer Chart-Show verwechselte, kämpfte Sat1 verzweifelt um die nicht vorhandene Seriosität. Was aber am interessantesten war, ist die Tatsache, dass sich die Spin Doctors der Kandidaten, also die Image-Berater, schon während dem Duell unter die anwesende Presse mischten. Jaja, der unabhängige Journalismus… “Wag, the dog” lässt grüßen!

    Am Ende haben sich dann die Journalisten, bestimmt auch dank der guten Tipps der Spin Doctors, in einen medialen Orgasmus geredet, der an Hohlsein das Duell fast noch übertraf. Das einzig einigermaßen interessante, war die Gesprächsrunde im Ersten. Hier konnte man Claus Peymann wirklich nur zustimmen: Politiker haben jegliche Leidenschaft für ihren Beruf verloren. Es geht nur noch um Inszenierung und das Volk für dumm verkaufen. Die wahren Fäden ziehen inzwischen Medien und Wirtschaft und denen wäre ein leidenschaftlicher Politiker wahrscheinlich im Weg…

    Was schließen wir Wähler nun aus dem Ganzen? Wir müssen Zeichen setzen und zwar schnell! Daher unsere Empfehlung: Die kleinere Partei ihres Vertrauens wählen, damit die großen Parteien “abgewatscht” werden für alle ihre Versäumnisse, Fehlentscheidungen etc.!

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