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Oktober 20th, 2010AllgemeinHeute mal ausnahmsweise ein ernster Beitrag und mal wieder ein Tipp an dieser Stelle. Wir leben alle im absoluten Überfluss. Jeden Tag werden wir berieselt von Informationen, Sendungen, wir ziehen uns mehrmals täglich um und stehen vor Supermarktregalen, die zum Bersten voll sind.
Damit wir alle brav kaufen und glauben, dass wir es uns mit den tollen Tütensuppen und Wellness-Wassern gut gehen lassen, werden Wahrheiten vor uns verheimlicht bzw. von uns weg geschoben. Nach und nach nehmen wir Menschen uns das, was wir eigentlich am nötigsten bräuchten: Wir verpesten die Luft, die wir atmen, und wir packen unsere Nahrung mit Chemie voll. Alleine das ist schon perfide genug!
Wenn man dann noch bedenkt, in welchem Überfluss wir leben und gleichzeitig über eine Milliarde Menschen Hunger leiden muss, ist das noch abartiger! Am schlimmsten ist jedoch die Tatsache, dass sich der Hunger auf der Welt ganz einfach beseitigen lassen würde.
Wir schmeißen nämlich tagtäglich 50% der von uns produzierten Lebensmittel weg, weil sie einer bestimmten Norm nicht entsprechen, nicht gekauft werden oder einfach von uns als schlecht empfunden werden, obwohl sie es noch nicht sind. Mit nur einem Drittel der Menge an Lebensmitteln, die wir Industrieländer wegwerfen, könnten wir den Hunger in der Welt stoppen!
Auf diesen Umstand weist der Dokumentarfilm „Frisch auf den Müll“ hin, den das Erste heute Abend um 23:30 Uhr ausstrahlt. Mal wieder viel zu spät, aber wir sollen das ja nicht mitkriegen, sonst kaufen wir womöglich weniger…
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Oktober 18th, 2010ProgrammatismusAch ja, da hat RTL II es so gut gemeint. Nachdem der Sender Promis unter Tiere geschickt hat, zu dicke Kinder in den afrikanischen Busch und verblödete Teenies vermeintlich im Urlaub begleitet hat, rettet man nun die Welt vor Kinderpornographie und – missbrauch. So viele Gutmenschen auf einem Haufen!
Mit einer sonoren und monotonen Bassstimme werden vermeintliche Täter in Fallen gelockt. Dazu noch ein bisschen Grabesmusik und fertig ist der Gruselschocker und Quotenreißer à la Bild-Zeitung. Ja, man ist ja so gut. Da werden Menschen bei der Aufzeichnung im Mai überführt und dann wartet man fünf Monate bis zur Ausstrahlung und sagt keinen Ton zu Behörden oder näherem Umfeld der Männer. Das ist soooo guuut, so dass man sich als Ministergattin auch gleich ranhängen kann. Zwischendurch huscht noch der RTL II-Slogan „It’s Fun“ vor den Werbepausen durchs Bild und schon macht man Quote, so richtig Quote.
Ach so, und natürlich ist die heutige verderbte Zeit und vor allem das böse Konkurrenzmedium Internet daran Schuld, dass es Pädophilie gibt. Das gab es ja nicht auch schon vor Hunderten von Jahren… Ja, da haben die Gutmenschen das Problem doch absolut begriffen und unternehmen tatkräftig etwas dagegen! Lösungen? Fehlanzeige. Wie man Kindern wirklich helfen kann? Fehlanzeige! Schöne neue Welt!
Übrigens, die sogenannten Lockvogel-Chats sind dermaßen überzogen. Als ob 13-jährige Mädels wirklich so blöd sind und so freizügig und naiv auf solche Fragen antworten! Die meisten Missbrauchsfälle passieren im privaten Umfeld, hier müsste man u.a. ansetzen! Stattdessen wird mit fast schon überchristlicher Moral im Grunde nur das Internet dämonisiert und sonst nichts!Darüber hinaus absolut keine Beweise und kein journalistischer Ansatz! Eine Frechheit und eine absolute Herabsetzung der Kinder und Jugendlichen, als ob sie alle naiv wären und keinerlei Ahnung von Sex hätten bzw. keinerlei Gespür für Bedrängnis und Verletzung der Intimsphäre!
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Oktober 13th, 2010Showspielerei
Aaaaacchh jaaa, ist das wieder romantisch und auch so dramatisch, so lyrisch und so idio…, nein natürlich nicht! An der neuesten Verfilmung von Posarunde Milcher kann man mal wieder sein geschundenes kleines Herz laben, das den ganzen Tag über so viel Schmerz in dem bösen Alltag ertragen muss.„Wenn das Hirn verzweifelt“ spielt inmitten einer Welt, in der wir auch gerne wären, weil sie so offen und ehrlich intrigant ist: dem englischen Adel. Eine Welt, die uns leider verschlossen bleiben wird und so müssen wir in der Realität unsere Intrigen alleine spinnen.
„Wenn das Hirn verzweifelt“, so spitz wie die Klippen von Cornwall und so sanft wie die Kissen, auf denen sich die Protagonisten Lord und Lady Shizzlemills betten. Ein kleiner feuchter Traum von bügelnden, rauchenden Hausfrauen, die mal wieder einen gepflegten Abend im Reich der butterweichen Fantasie verbringen wollen.
Lord und Lady Shizzlemills werden nämlich in eine Intrige der besonderen Art verwickelt: Ein einfacher Bursche vom Land behauptet er sei der Liebhaber von Lady Shizzlemills, der Schwester von Baron Shizzlewick-Northhumberblump. Zwischen einem Ohnmachtsanfall und dem Nächsten beteuert sie ihre Unschuld. Doch natürlich glaubt man ihr zuerst nicht. Die heile Welt der Shizzlemills droht zu zerbrechen. Gleichzeitig werden sie auch noch um ihre Schafzucht betrogen. Nach und nach steigt ein Verdacht auf und ein seltsames Verwandtschaftsverhältnis zwischen Lady Shizzlemills, dem Burschen vom Land und den Schafen tut sich auf…
Posarunde Milcher wie es besser nicht geht! „Wenn das Hirn verzweifelt“
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Oktober 11th, 2010ProgrammatismusEklat, Skandal, Oh mein Gott beim Deutschen Fernsehpreis! Da hat man vor ein paar Jahren so ein großes Aufsehen um Marcel Reich-Ranicki gemacht und der eigentliche Skandal, der schon im Vorfeld bekannt war, wird nicht wirklich erklärt.
Ja, liebe Freunde der „guten“ Unterhaltung, in diesem Jahr wurde der Fernsehpreis reformiert. Und da wir anhand der Gesundheitsreform sehen konnten, wie viel Reform wirklich im und hinter dem Wort Reform steckt, wurde kräftig ausgesiebt und das zu Gunsten der Film- und Fernsehschaffenden!
Der Stifterkreis (ARD, ZDF, RTL, Sat1) wollte nach eigenen Aussagen den „Teamgedanken des Fernsehgeschäfts“ in den Vordergrund stellen. Natüüüürlich! Daher hat man mal einfach alle kreativen Kategorien rausgeschmissen, wie Beste Regie, Beste Nebenrollen, und sich auf mehr oder weniger sinnvolle Kategorien beschränkt. Genaueres dazu u.a. hier… Drei Millionen Mal „Beste Leistung“ und tausend Ehrenpreise. Damit man auch nicht genau sagen kann, warum man den Preis nun an sich selbst vergibt!
Schön war auch, dass man den alljährlichen Branchentreff in ein Zwangs-Dinner umfunktioniert hat, bei dem die Journalisten nicht wirklich zugelassen waren. Von Anfang bis Ende wurde alles und jeder kontrolliert. Damit zeigte der sogenannte Stifterkreis sehr deutlich, was ihm diejenigen, die für sie arbeiten, wert sind: Nämlich nichts. Schauspieler, Kreative, Journalisten und Co. sind nur Fußvolk, das man von vorne bis hinten verwursten kann und dann mit billigen Produzentenpreisen abspeist. Schöne bunte Scheinwelt! Gut, dass sich dies viele nicht gefallen ließen! Die Fernsehlandschaft wird schon auf Dauer sehen, was sie davon hat…
Tags: Fernsehpreis



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